Das Wappen der Gemeinde Plötzkau




Blasonierung
(Beschreibung in heraldischer Fachsprache)

In Grün ein silberner Reiher, begleitet oben links und unten rechts von je drei silbernen Eichenblättern mit einer Eichel.
 

Erläuterungen zum Wappen

Bei der Entwicklung eines Wappens ist davon auszugehen, dass es zeitlos seine Gültigkeit haben und von den Menschen in seinem Ausdruck erkannt werden muss. Momentane Gegebenheiten, die für die Entwicklungsgeschichte nicht wesentlich sind, in einem Wappen zu verwenden, ist nicht ratsam. Folgende Generationen werden sich gegebenenfalls abermals um eine Änderung bemühen, weil die Identifikation mit dem Wappenbild gänzlich fehlt. Die Bezugnahme auf eine historische Dimension ist dagegen wohl die richtige Methode.

Die Gemeindevertretung von Plötzkau beschloss, den Reiher in Verbindung mit Eichenlaub als Heroldszeichen zu verwenden. Bei Plötzkau liegt ein ca. 400 Hektar gro0ßer Eichenwald, der das Landschaftsporträt der Umgegend entscheiden bestimmt. Der Graureiher ist hier stark vertreten und Merkmal der regionalen Fauna.

Dieser klaren und nicht „überladenen“ Symbolik kann aus heraldischer Sicht nur zugestimmt werden. Das Wappen entspricht damit oben genannten Runderlass, der unter Punkt 3.2. festlegt, dass Wappen „an die Prinzipien der Einfachheit, Klarheit und Übersichtlichkeit gebunden sind“.

In der Heraldik stellt der Reiher ein seltenes Wappenbild dar, welches mehr in bürgerlichen Familienwappen als in kommunalen Hoheitszeichen vorkommt. Der Reiher erscheint stets mit einem Schopf am Hinterkopf und mit halberhobenen bzw. anliegenden Flügeln. Mitunter kommt er auch mit einer Krone um den Hals vor. Seine Federn waren früher als ritterlicher Schmuck beliebt.

Die Wappenfarben, sowie Schildform des Plötzkauer Wappens sind aufgrund folgender heraldischer Regeln entstanden. Für die Orte der Region gilt ein Halbrundschild mit steilen Flanken ohne Bordierung, Helmzier, etc.. Die gewählten Farben richten sich nach der heraldischen Tingierung (Farbgebung), die nur die Trinkturen Rot, Grün, Blau und Schwarz, sowie die Metalle Gold (Gelb) und Silber (Weiß) kennt. Für die Reihenfolge dieser Farben gibt es konkrete Regeln: Falls im Schild ein farbiges Symbol enthalten ist, kann die Farbe des Schildes nur eine Metallfarbe sein (eben so umgekehrt).

Zusammengefasst heißt das für die Farbgebung: Metall auf Farbe oder Farbe auf Metall. Wo diese tingistische Regel nicht eingehalten wird, erlaubt der Gesetzgeber keine Genehmigung. Als Schildfarbe wurde der natürlichen Bezugnahme wegen Grün gewählt, Reiher und Eichenzweig erscheinen in Silber, schwarz konturiert. Auf eine Mehrzahl an Farben und Symbolen wird im neuen Wappen verzichtet.

Jörg Mantzsch
1996